Station 1: Sankt Petersburg

Ja es ist endlich so weit. Mit viel Verspätung kommt nun der erste Blogbeitrag, der unsere 5 Tage in St. Petersburg ein wenig zusammenfasst. Zu meiner Verteidigung! Die ersten Tage auf Reisen waren sehr intensiv und selbst wenn ich gewollt hätte, wäre keine Zeit zum Schreiben da gewesen. Ich bitte auch vielmals um Verzeihung, falls mein Schreibstil noch nicht allzu ausgereift ist und ich noch mit Details geize. Ich werde mir in Zukunft angewöhnen jeden Tag etwas festzuhalten und ein wenig Routine zu entwickeln.

Wo fange ich also an… Nach unkomplizierter Ankunft am Flughafen in St. Petersburg ging es gleich voll bepackt in Richtung Bus-Terminal. Dank Biancas gewohnt vorbildlicher Vorbereitung haben wir sofort den richtigen Bus und die richtige U-Bahn zum Nevsky Prospekt gefunden. Angekommen am Hostel (das versteckt in einem kleinen Seiteneingang lag) wurden wir im Hausgang gleich von lieblich schimmligen Duft begrüßt. Na ja … für 10 Euro pro Nacht darf man keinen Zimmerservice erwarten.  Na gut dann ab ins 10er Zimmer und aufs wackelige Hochbett gewuchtet. Der nächtliche mongolische Schnarchbär unter mir war dann gleich meine erste Erfahrung in Sachen Verlassen der Komfortzone auf Reisen.

 

Tag 2
Mein Geburtstag! Und gleich einmal Regen wie aus Eimern… Was bleibt einem da anderes übrig als ins Museum zu gehen. Aber nicht irgendein Museum. Die Eremitage, das zweitgrößte Museum der Welt. Beheimatet im ehemaligen Zarenpalast und gegründet 1764 von Katherina der Großen. Insgesamt sind dort über 300 Millionen Kunstwerke ausgestellt. Also ist das Ganze verdammt groß, sodass wir nach 4 Stunden immer noch nicht alles gesehen hatten.


Da ja aktuell Fußball WM in Russland ist haben wir uns dazu entschlossen abends auf das Fifa Fanfest im Zentrum zu gehen, um das Spiel Brasilien gegen Belgien anzuschauen. Trotz schwerer Beine hat es sich gelohnt. Auch Bianca – der Fussballmuffel – war von der Atmosphäre begeistert.

Tag 3

An Tag drei ging es, bei noch immer sehr bescheidenem Wetter, auf Rundtour zur Peter und Paul Festung. Hierbei handelt es sich um eine Festungsanlage die den Ursprung und das historische Zentrum der Stadt St. Petersburg bildet. Die auf der Haseninsel im Fluss Newa gelegene Anlage beherbergt heute vor allem Ausstellungen und Museen. Von der Festungsmauer aus hatte man eine tolle Panoramaaussicht auf die Stadt.


Abends stand das nächste WM Viertelfinale des Gastgebers Russland gegen Kroatien an. Naiv wie wir waren wollten wir wieder um kurz vor knapp auf das Fanfest. Hier waren aber seit Stunden bereits alle Eingänge wegen Überfüllung verriegelt. Die grölende Masse und die rundherum stehenden Panzerwagen und Polizisten luden auch nicht dazu ein dort zu bleiben. Also ging es zurück in unser Hostel. Vorbei an Gruppen junger Russen, die mit Handy und Bier ausgestattet auf den Straßen das Spiel schauten oder versuchten noch in eine der unzähligen überfüllten Bars hinein zu kommen. So saßen wir dann in einer kleinen Gruppe verschiedenster Nationen vor dem etwas älteren Hostel Flimmerkasten. Versorgt durch einen älteren Russen mit Wodka und Speck nach jeder noch so kleinen erfolgreichen Aktion der Russen. Es hätte schlimmer kommen können 😀 Ich war fast ein bisschen traurig als Russland dann doch ausgeschieden ist.

Tag 4
Unser vorletzter Tag in St. Petersburg. Dieses Mal ging es mit dem Zug in die vorstädtische Umgebung nach Pushkin bzw. Zarskoje Selo (wie es früher hieß). Die Wahl des richtigen Zuges nach Pushkin stellte uns kurzzeitig vor ein paar Schwierigkeiten, da der Großteil auf kyrillisch angeschrieben war und die Einheimischen des Englischen nur selten mächtig sind. Aber mit Händen und Füßen schafften wir es dann zum Katharinenpark und dem Großen Katharinenpalast. Dieser war einst russische Zarenresidenz, wurde nach schwersten Zerstörungen durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg möglichst originalgetreu wieder aufgebaut und enthält als besondere Attraktion die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers. Bilder vom Bernsteinzimmer waren leider verboten. Bianca wurde von einer kleinen russischen Aufseherin, die mit einem Fächer bewaffnet war, davon abgehalten.

Tag 5

Am letzten Tag ging es per Fähre die Newa aufwärts zum Peterhof. Hierbei handelt es sich um eine russische Palastanlage am Finnischen Meerbusen 30 Kilometer westlich von Sankt Petersburg. Es wird auch das „russische Versailles“ genannt. Besonders beeindruckend waren für uns die Wasserspiele an der Schlossfassade zur Ostseeseite.

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5 Gedanken zu „Station 1: Sankt Petersburg

  1. Sehr interessant, auch für deine allmählich alternden Vater. Bin schon auf den nächsten Bericht gespannt.
    Und tschüß
    der Vater

  2. Chapeau für die leicht lesbare und humoristische Schreibweise. Es liest sich so anschaulich, dass man glaubt, dabei zu sein. Freu‘ mich über weitere Tagebucheinträge ???

  3. Freut mich, dass euch Sankt Petersburg auch so gut gefallen hat wie mir. Eine faszinierende Stadt, in jeglicher Hinsicht. Ich werde euch mit großem Vergnügen auf diesem Wege bei eurer Reise begleiten ? Lg, Stephan

  4. Danke lieber Erich-du hast einen interessanten Schreibstil. Lasst es euch gut gehen und nehmt viel Eindrücke mit. Wir Leser sind begeistert dabei.?

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